Das Ritual


Als er ein krachendes Geräusch hörte, war klar, dass sie kamen. Sie brachen immer die Tür auf, versuchten erst garnicht, sie normal zu öffnen. Sie strahlten immer mit grellem Licht in den Raum, das ihren Augen hinter Filtergläsern nichts tat, aber jeden anderen blendeten. Es tat selbst durch die geschlossenen Lider weh. Sie stürzten sich immer zu viert auf einen, ignorierten, dass er sich nicht wehrte und überwältigten ihn. Warum sie hochtrainierte SEK schickten, um einen Schüler zurück zur Schule zu bringen, SEK die sonst in extremen Situationen eingesetzt werden sollten, die es kaum in einer Stadt gab, wunderte ihn. Doch diesmal war es anders. Keine Prügel, keine Fessel, sie setzten ihn auf einen Stuhl, dämpften das Licht und setzten sich im Halbkreis um ihn herum. Er öffnete langsam die Augen und war froh, dass sie jetzt nicht mehr brannten. Der Raum sah erschreckend aus, selbst für seine Augen, die wirklich Schreckliches gewohnt waren. Es waren auch keine SEK vor ihm , sondern Wissenschaftler. Zwei sehr alte und zwei sehr junge. Und wie sie ihn ansahen, liess ihn erzittern. Er wollte aufspringen, aber er konnte nicht, seine Beine waren an den Stuhl gefesselt und seine Arme hinter seinem Rücken. Als er die Augen schließen wollte, ging das nicht. Sie mussten ihm eine Droge verpasst haben, die zwar kurzes Blinzeln zuließ, aber kein dauerhaftes Schließen. Er sollte sehen, was auf ihn zukam. Das gehörte zum Ritual. Drei Tage und Nächte später reinigten sie den Raum, dann ließen sie die Maschinen den Rest erledigen. Das Gebäude wurde abgerissen, alle Bestandteile nicht wieder verwendet, sondern verbrannt bei 2.000 Grad Celsius. Über das Ritual gab es Geschichten, die sich die Piraten erzählten, die aber keiner glaubte, der nie dabei war.