Abendmahl

Ich verschluckte mich fast und die Tränen stiegen mir in die Augen. Pablo verschluckte sich nicht und tränte auch nicht, er lernte schnell, was er nachahmen musste, dass ich mich gut fühlte und was er lieber ignorierte. Pablo hatte nur eine Wurst gegessen und ein Brot, den Rest schob er mir herüber und ich machte mich darüber her. Ich aß nun ruhiger, meine Hände zitterten nicht und ich genoss nun endlich die Nahrung. Die Wurst war sehr würzig, man merkte ihr an, dass sie aus echtem Fleisch war (oder sehr gut synthetisiert) und dass bei ihrer Herstellung an nichts gespart wurde. Das Brot war auch sehr fein. Pablo sah mir zu, ganz ruhig, blinzelte nur ab und zu und hielt seine Hände ineinandergelegt. Ich wusste was kommen würde nach diesem Mahl und er wusste, dass ich es wusste. Er hatte einen traurigen Blick aufgelegt, oder empfand er Traurigkeit, ich wusste das nicht. „Es wird Dir nicht gefallen, was nun passieren wird, das denkst Du ?“ „Ja ….“ „Es geht leider nicht anders. Um auf die unteren Ebenen zu gelangen, dort wo die anderen Menschen leben, musst Du Dich reinigen lassen. Das ist etwas schmerzhaft, obwohl Du betäubt wirst, soweit das möglich ist. Aber sie lassen Dich nicht hinunter ohne die Reinigung. Sie fürchten – und ich vermute aufgrund meiner Scans zu Recht – dass sie sich anstecken könnten mit Krankheiten, für die sie keine Behandlungsmöglichkeiten besitzen.“